Andrew Bird baut Klangwelten mit Line 6 Delay Pedalen
   


Andrew Bird erinnert bei seinen Konzerten an den wirbelnden Moderator einer TV-Kochsendung: Aus schlichten Zutaten –Geige, Gitarre und seinem allgegenwärtigen Pfeifen– zaubert er einen Melodiemix, bei dem man sich verwundert fragt, wie ein Mensch so viele Klänge gleichzeitig hervorbringen kann. Obwohl sich Andrews Musikstil im Lauf der Jahre ziemlich stark geändert hat –zwischen “Bowl of Fire” und “Squirrel Nut Zippers” sowie dem neuen Album “Hands of Glory” liegen Welten– setzt er unverändert auf Improvisation. Sowohl als Frontmann seiner Band wie auch als Solokünstler für seine “Gezelligheid”-Show zaubert er seinen unverkennbaren Sound mit zwei Line 6 DL4 Delay-Pedalen.

Wie bist du auf Line 6 gekommen?
Das war vor ungefähr 12 Jahren. Das DL4 Pedal wurde sofort zu einer wichtigen Kompositionshilfe. Anfangs wollte ich damit nur Harmonien und Kontrapunkt gleichzeitig spielen, aber mittlerweile verwende ich es noch ganz anderweitig.

Deine DL4 Delays haben live einen wichtigen Stellenwert. Wie genau benutzt du sie denn momentan?
Ich benutze zwei DL4 Delay-Pedale. Eines der beiden erzeugt ein rhythmisches Pizzicato. Damit baue ich meine Songs auf: Ich zeichne unterschiedliche Geigengeräusche auf, füge dann einen Pedalbass hinzu und würze das ganze mit gefilterten Metall-Rhythmus-Sounds, Gesang oder Pfeifen. Das zweite DL4 erzeugt die Streicherteppiche, die mit zahlreichen Effekten, so z.B. einem Victrola-Lautsprecher, bearbeitet werden.

Verwendest du im Studio andere Dinge als live?
Auf meinem letzten Album benutze ich eine DL4-Schleife, zu der die Band spielt. So schaffe ich es, das mühsam erarbeite Feeling auf die Band zu übertragen, weil sie das Unheimliche der Original-Version dann viel besser spüren. Oftmals ziehe ich die Loops des DL4 einer Mehrspureinspielung vor, weil die Schleifen weniger Platz beanspruchen und irgendwie organischer klingen.

Was gefällt dir denn am besten am DL4?
Die wichtigste Funktion finde ich die automatische Pegelreduzierung der vorigen Parts, wenn man neue hinzufügt. Dabei entstehen nämlich Klanglandschaften, die man sich nie hätte träumen lassen. Andere Looper halten den Pegel der älteren Parts konstant, was oft zu unangenehmen Frequenzüberlagerungen führt. Außerdem gefällt mir die begrenzte Speicherkapazität, weil man dann schneller zu einer neuen Idee wechseln und die vorige Phrase löschen muss, was der Kreativität zugute kommt. Das DL4 klingt ferner in allen wichtigen Bereichen erfrischend “LoFi”.

An welchem Projekt arbeitest du momentan?
An “Sonic Arboretum”, einer Museum-Installation von 96 Lautsprecherhörnern, die zeitversetzt mehrere Loops wiedergeben, so dass sich die Loops im Raum zu bewegen scheinen. Außerdem bereite ich eine musikwissenschaftliche Show namens “Professor Socks” für Kinder vor und arbeite an einem Film über die Songs der Handsome Family.

Worauf dürfen sich deine Fans demnächst freuen?
Auf tolle Jams!

www.andrewbird.net/line6