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Die digitalen Funksysteme von Line 6

Technologie im Dienste der Leistung

Bis vor kurzem klang eine Gitarre bzw. ein Bass nur überzeugend, wenn man sie/ihn mit einem Kabel an den Verstärker anschloss. Wer es mit seinem Sound, der Ansprache und Zuverlässigkeit im Live-Betrieb ernst meinte, verzichtete dankend auf eine analoge Funkstrecke. Die digitalen Gitarrenfunkstrecken der Relay®-Familie räumen mit diesem Übel ein für allemal auf. Line 6® erlaubt es Gitarristen und Bassisten endlich, den “Kabel-Sound” zu behalten, aber sich trotzdem frei auf der Bühne zu bewegen. Die auf der 4. Generation unserer patentierten Technologie beruhenden Relay-Funkstrecken sind im Gitarrensektor einfach konkurrenzlos. Wen wundert es da, dass sich immer mehr Gitarristen für ein Relay-System entscheiden: “Digital” ist endlich gleichbedeutend mit “Original”.

Die digitale Funktechnologie von Line 6 entstand 1995. Wie viele andere Revolutionen ist ihre Entwicklung dem Frust eines Musikers über die seinerzeit verfügbaren “Lösungen” zu verdanken. Guy Coker, der Leiter der Funkentwicklungsabteilung bei Line 6, befand sich mit seiner Unzufriedenheit über analoge Funksysteme in bester (und vor allem zahlreicher) Gesellschaft. Deshalb überredete er den Inhaber des kleinen Elektronikbetriebs, in dem er arbeitete, ihm die Zeit und Mittel für die Entwicklung eines Funksystems einzuräumen, das wie ein Kabel klingt und sich auch so verhält.

Schon schnell merkte Coker, dass herkömmliche analoge Funksysteme mit mehreren Mäkeln behaftet waren: Der Übertragungsbereich war begrenzt, der Dynamikumfang dürftig, das Signal wurde komprimiert und war störanfällig – und die verfügbaren Frequenzbänder eher dünn gesät.

Auf der Suche nach einer Lösung für diese Probleme entdeckte Coker, dass eine Digital-Wandlung der Signale vor der Funkübertragung alle “Bearbeitungen” analoger Systeme hinfällig macht. Daher überträgt der Sender digitale Audiodaten, die der Empfänger nach einer Fehlerkontrolle wieder in ein Analog-Signal umwandelt.

Das Ergebnis: Die Signale kommen in der gleichen Form beim Empfänger an wie bei Verwendung eines Kabels, d.h. mit einem Frequenzgang von 10Hz~20kHz und einem Dynamikumfang von bis zu 117dB.

Cokers digitaler Funkansatz war der erste im Pro Audio-Sektor. Mehrere professionelle Bassisten, die bis dahin aus Sound- und Dynamikgründen auf eine Funklösung verzichtet hatten, entschieden sich für dieses System – und empfahlen es weiter. Das hielt Coker aber nicht von weiteren Entwicklungen ab, die von seiner Firma namens X2 vertrieben wurden. Im Jahr 2008 wurde seine Fima von Line 6 übernommen. Coker war danach maßgeblich an der Entwicklung der 4. digitalen Funkgeneration von Line 6 beteiligt.

Die Wahl des 2.4GHz-Bandes führt dazu, dass Funkgeräte von Line 6 nicht von Handymasten, Fernsehsendern und anderen Geräten gestört werden können. Außerdem erfüllen die Funklösungen von Line 6 alle gesetzlichen Auflagen, bieten einen traumhaften Bedienkomfort und erfordern keine Lizenz.

Zu den neueren Entwicklungen für diese Technologie gehören die “Cable Tone”-Simulation sowie überzeugende Mikrofon- und EQ-Modelle für Gesangs- und Sprechmikrofone. Außerdem können mittlerweile 14 Kanäle simultan betrieben werden. Ein weiterer Durchbruch heißt “Digital Channel Lock™” (DCL), eine Technologie, mit der Interferenzen unterdrückt werden. “Sie entspricht ungefähr einer Panzerung für Audiosignale, während diese vom Sender zum Empfänger übertragen werden, damit sich keine Störgeräusche einschleichen können”, erläutert Coker.