Künstler im Rampenlicht: Jimmy Rip
   


Gibt es etwas, das Jimmy Rip nicht kann? Im Lauf seiner ungewöhnlich erfolgreichen Karriere hat sich Jimmy als Session-Gitarrist, als Live-Begleiter, als Sänger und Songwriter, solo, als Film- und Fernsehkomponist, als musikalischer Leiter, als Produzent und vieles mehr verdingt.

Jimmy, ein gebürtiger New Yorker, begann mit 8 Gitarre zu spielen und bestritt mit 12 sein erstes Konzert. Seine erste Inspirationsquelle waren zwar die Rolling Stones, aber er interessierte sich schon schnell für die Musik der Blues-Größen Muddy Waters und John Lee Hooker, bei denen er sich die notwendigen Tricks abschaute, um ein herausragender Musiker zu werden.

So wurde Rip immer häufiger zu Studio-Sessions und Live-Tourneen eingeladen. Er hat z.B. schon mit Hall & Oates, Rod Stewart, Deborah Harry, Patty Smyth, Willie Nelson, Kid Creole und vielen anderen gespielt. Irgendwann durfte Jimmy dann sogar mit den Idolen spielen, die ihn seinerzeit inspiriert hatten.

Ende der 1980er heuerte Rip bei Mick Jagger für dessen “Primitive Cool”-Album an und begleitete ihn später auf Welttournee. Daraus ergaben sich dann auch das Schreiben von Songs mit Mick und seine Berufung zum Gitarristen, Arrangeur und musikalischen Leiter für Jaggers 1993 erschienenes Soloalbums “Wandering Spirit”. Aber seine größte Herausforderung sollte noch kommen: das “The Pilgrim”-Album von Jerry Lee Lewis, auf dem er nicht nur Gitarre spielte, sondern welches er außerdem produzierte.

“The Pilgrim” erscheint noch dieses Jahr und enthält 22 Songs, die in über 4 Jahren eingespielt wurden. Ziel des Albums ist es, Jerry Lee Lewis einem jungen Publikum vorzustellen. Schließlich war er seinerzeit der Rock’n’Roll-Pionier. “Jerry Lee ist eine Naturgewalt. Niemand hat mehr erlebt, gemacht und gelitten als er,” erklärt Rip. “Immer, wenn wir dachten, das Album sei fertig, stellte er uns einen weiteren genialen Song vor bzw. berichtete er uns von bekannten Musikerfreunden, die ebenfalls einen Beitrag leisten wollten.” Wundere dich beim Studieren der Credits also nicht über solch hehre Namen wie Eric Clapton, B.B. King, Jimmy Page, Neil Young, Mick Jagger, Bruce Springsteen, Willie Nelson, Kris Kristofferson, Rod Sttewart, Toby Keith, George Jones, Don Henley, Buddy Guy, Merle Haggard, John Fogerty und viele andere. “The Pilgrim” ist eines jener Alben, das man einfach haben muss. Und das ist erst der Anfang.

Im Jahr 2004 komponierte Jimmy die Musik zu “The Big Bounce” und nahm sie auch selbst auf. Ferner fungierte er als Musikdirektor für das TNT-Special “Willie Nelson and Friends—Angels & Outlaws”. Zurzeit produziert er das neue Album von Ivan Neville und B’nard Fowler – und freut sich, dass es Line 6-Geräte gibt. Dabei muss man wissen, dass er lange Jahre konsequent auf Röhrengeräte gesetzt hat.

Seit Erscheinen des POD möchte Jimmy aber nicht mehr ohne Line 6-Geräte arbeiten. “Als ich noch in New York wohnte, ging ich eines Tages zu Manny’s, um mir das Teil zu kaufen. Ich benutze es bis heute. Meine Verstärker sind schon ganz staubig geworden,” schmunzelt Jimmy, zumal ihm früher kein Weg zu weit war, um jenen einzigartigen “Vintage”-Verstärker kaufen zu können. “Es gibt immer noch Leute, die mich fragen, wie ich das machen kann, wo ich doch meinen 1958er Deluxe gebrauchen könnte. Meine Standardantwort lautet dann: ‘Das Teil klingt super und passt in eine kleine Tasche. Da kann ich beim besten Willen nicht widerstehen.’” Folgerichtig nimmt Jimmy seine akustischen Parts heutzutage mit der akustischen Variax 700 auf.

Jimmy hat sich bei mehreren Sessions bewusst für die akustische Variax 700 entschieden, und zwar nicht allein wegen der Sounds, sondern auch wegen des “Feels”. “Ich reichere die Rhythmussektion oft mit einer akustischen Gitarre an, weil die Band dann anders spielt,” erläutert Jimmy. Außerdem kann er sich mit seiner Variax neben den Schlagzeuger stellen, ohne Übersprechen befürchten zu müssen. “Schlagzeuger langen automatisch kräftiger zu, wenn man während der Rhythmusaufnahmen den elektrischen Part einspielt und die akustische Gitarre erst später hinzufügt. Die akustische Variax ist insofern ein Gewinn, als sie alle Beteiligten automatisch zu einem differenzierteren und irgendwie rhythmischeren Spiel bewegt. Und selbst wenn ich weniger als einen Meter von Jim Keltner entfernt stehe, klingt mein Instrument immer noch super.” Aber nicht nur die Produktionsvorteile der akustischen Variax 700 haben es Jimmy angetan: Ihm gefallen auch die Sounds.

Auf dem letzten B’nard Fowler-Album benutzt Jimmy z.B. die Modelle “Blues 12”, “Folk 12” und “Mandola” (mit dem Kapo am siebten Bund), weil diese drei zusammen einen Sound ergeben, den man nirgends anders auf der Welt findet. Außerdem ist er begeistert von dem Endprodukt: “Alles passt perfekt zum Arrangement. In einem Heimstudio ist es nahezu unmöglich, eine akustische Gitarre so frech und direkt ‘rüberzubringen.” Alle akustischen Parts des B’nard Fowler-Albums hat Jimmy direkt in das Pult seines Heimstudios gespielt – ein weiterer Vorteil der akustischen Variax 700. “In einem Projektstudio ist man ohne das Teil [akustische Variax] ganz einfach aufgeschmissen. Sie klingt frisch und interessant – man wird sofort auf sie aufmerksam.” Aber es kommt noch dicker…

Jimmy benutzt in seinem Studio außerdem einen PODxt Live sowie die Stompbox-Modeler DL4, MM4 und DM4. Als vielseitiger Künstler empfindet Jimmy die Line 6-Geräte als eine enorme Bereicherung und Erleichterung.