Reactor's Line 6 Reaction
   


Reactor ist der Name einer Band, den man sich unbedingt merken muss, zumal die erste Single-Auskopplung ihres Albums “Feeling The Love” in der Werbekampagne des Lynx-Parfüms gefeatured wird. Die Band-Mitglieder sind: Dave O’Brien (Tasten und Gesang), Ewan O’Brien (Gitarre und Gesang), Kev Browne (Bass) und Evan Jenkins (Schlagzeug).

Neulich haben wir uns ein paar Takte mit den Gitarristen Ewan und Kev im Studio unterhalten können. Dort wird zurzeit das neue Album fertig gestellt, das noch im Frühling erscheinen soll. (Foto: Ewan mit seinem Vetta II; fotografiert von Suneil Saraf.)

Wie seid ihr auf Line 6 gekommen?
Als der POD 2.0 vorgestellt wurde, habe ich mir sofort einen gekauft, weil ich es einfach umwerfend fand, mit welcher Leichtigkeit man Zugriff auf so viele unterschiedliche Sounds hat. Für Aufnahmen ist so etwas geradezu ideal, weil man weitaus schneller arbeiten kann. Außerdem besitze ich all jene Amps nicht!

Auf “Feeling the Love” wurde der alte POD 2.0 für fast alle Gitarrenparts gebraucht. Wir haben direkt ins Pult gespielt. Und dann kam der Vetta II. Ich hatte es mit dem Finden eines neuen Amps eigentlich gar nicht so eilig, aber seine große Anzahl an Verstärkermodellen fand ich dann doch ein durchaus wichtiges Argument.

Wie würdet ihr die Musik des neuen Albums beschreiben?
Recht braun, würde ich sagen.

Hat das irgendwas mit Politik zu tun?
Ganz und gar nicht (etwas irritiert)… Es ist ein Verweis auf die Bedienungsanleitung des Vetta II: ‘Ah, hier kommt eine Legende. Es wird gemunkelt, dass zumindest ein Teil von Edward Van Halens “Brown Sound” einem 100W Marshall Super Lead zuzuschreiben ist, den er bewusst mit einer höheren Netzspannung betrieb und dafür einen variablen Wechselstrom-Trafo (“Variac”) verwendete.’

Das Modell haben wir schon ziemlich oft verwendet. Daher mein brauner Hinweis!

Wie gebraucht ihr eure Line 6-Geräte denn?

Die Gitarrenparts werden allesamt mit dem Vetta II eingespielt. Momentan experimentieren wir ziemlich rege damit, weil der Vetta einfach super ist. Die Auswahl an Verstärkern (nicht weniger als 74) sowie die Boutique-Modelle aus den 1960ern sind spitze. Es erinnert mich an einen Zoo, in den man die ganzen Originale einsperrt. Da werden zwar keine Jungtiere gezeugt, geschweige denn ausgetragen, aber die Teile findet man in der Regel sowieso nie im Secondhand-Laden.

Kit Woolven, unser Produzent, arbeitet mit Pro Tools, also können wir den Vetta direkt auf der digitalen Ebene mit der AES/EBU-Buchse verbinden, so dass der Sound nicht erst kaputt gewandelt wird.

Welche Amp-Modelle des Vetta II verwendet ihr denn?
Bis jetzt haben wir einen Song damit eingespielt und also auch nur zwei Modelle verwendet. Mir gefällt das kleine 2” Speaker-Modell des 1996er Fender Mini Double. Es ist zwar ein etwas ausgefallenes Konzept, aber sein Sound behauptet sich in jeder Abmischung. Das Modell haben wir schon gebraucht, weil es so anders klingt. Auch das Modell des 1968er Marshall Brit “Plexi” ist zum Einsatz gekommen. Es sind vor allem die feinen Details, allen voran das Mikrofon-Modeling, die mich regelrecht in Verzückung versetzen.

Ihr habt außerdem eine Variax 700. Wie gefällt euch diese Gitarre?
Es ist ein tolles Instrument. Bestimmte akustische Modelle wirken sehr authentisch und sind entsprechend brauchbar, zumal im Homerecording-Bereich. Mit einem Mikrofon bekommt man nicht so leicht einen guten Gitarren-Sound hin. Bei Verwendung einer Variax ist das aber kein Thema mehr. Und live klingen Piezo-Tonabnehmer immer irgendwie billig. Den größten Vorteil der Akustikmodelle sehe ich aber in dem Umstand, dass Rückkopplung definitiv der Vergangenheit angehört. Ihr hoher Ausgangspegel schließlich ist besonders im Live-Betrieb von Vorteil.

Beim Schreiben neuer Songs finde ich es ferner praktisch, dass man sich sofort den passenden Gitarren-Sound aussuchen kann, indem man einfach an einem Regler dreht. Außerdem besitzen wir lange nicht alle modellierten Gitarren, und im Studio findet man sie auch eher selten. Ich kenne eigentlich niemanden, der sie alle besitzt!

Wisst ihr schon, dass die Variax-Familie nun auch eine akustische 700 enthält?
Wenn sie sich wirklich wie eine Akustikgitarre verhält, könntet ihr mich irgendwo damit einsperren – ich würde die ersten Monate sowieso viel zu beschäftigt sein.

Weitere Infos über Reactor findest du auf ihrer Webpage: http://www.realfeel.freeuk.com.