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LINE 6 - die Modeling-Pioniere
Die meisten Nicht-Musiker wissen wahrscheinlich nicht, dass die Verstärkertechnologie der letzten 50 Jahre die Geschichte des Rock'n'Roll noch viel stärker geprägt hat als die elektrische Gitarre. Es wurden neue Verstärker- und Effektkonzepte entwickelt, mit denen das Gitarrensignal immer wieder anders beeinflusst wurde. Genau das sorgte dafür, dass die Beatles "ihren" Sound hatten, während Jimi Hendrix, Pink Floyd und alle anderen ebenso unverwechselbar klangen. Die mal subtilen, mal gewaltigen Unterschiede zwischen den einzelnen Verstärker- und Effekttypen (und bisweilen unterschiedlichen Seriennummern) bildeten den Hauptgrund dafür, dass sich Gitarristen jeweils für einen ganz bestimmten Amp entschieden.
Mitte der 1990er beschloss Line 6, eine Technologie zu entwickeln, die Gitarristen nicht nur alle amtlichen Sounds, sondern auch eine nie dagewesene Flexibilität bieten sollte. Also wurden unzählige Weltklasse-Verstärker zusammengetragen, um ihr Klangverhalten zu messen, die Eigenarten der Röhren zu analysieren und den Einfluss der übrigen Bauteile auf den Sound zu ermitteln. Eine elektrische Gitarre erzeugt ein elektrisches Signal, dessen Eigenschaften von den Schaltungen verändert ("bearbeitet") werden. Dank der Entwicklung von Software-Modellen für DSPs (Digitale Signalprozessoren), die alle eben erwähnten Beeinflussungen des Gitarrensignals simulieren, fand Line 6 schnell heraus, dass man noch viel weiter gehen kann, indem man die einzelnen "virtuellen" Komponenten beliebig miteinander verbindet.
Nach einer Vielzahl von Messungen und Analysen stellte Line 6 1996 mit dem allerersten digitalen Modeling-Gitarrenverstärker (AxSys 212) überhaupt seine patentierte Technologie vor. Dieses Gerät enthielt mehrere Dutzend Modelle von "klassischen" Gitarrenverstärkern, Effektpedalen und Rackeffekten. Der Erfolg des AxSys stellte sich quasi über Nacht ein und spornte Line 6 zur Weiterentwicklung seiner Technologie an. Außerdem wurde das Produktangebot auf mehrere Preiskategorien erweitert. Kaum ein Jahr später läutete Line 6 schon die nächste Gitarrenrevolution ein: POD. Dieses bohnenförmige Tischgerät ging noch einen gewaltigen Schritt über das bloße Modeling klassischer Gitarrenverstärker hinaus, war es doch als Antwort auf ein anderes Problem entwickelt worden, mit dem sich Gitarristen seit jeher herumgeplagt hatten: Die Aufnahme eines überzeugenden Gitarren-Sounds.
Mit herkömmlichen Gitarrenverstärkern lässt sich ein satter Sound nur erzielen, wenn man sie irgendwo hinstellen kann, wo man sie so laut stellen kann wie für den gewünschten Sound erforderlich. Genauso wichtig sind jedoch die Wahl der richtigen Mikrofone und ihre Aufstellung. Für Gitarristen, die nie oder nur selten in großen Studios arbeiten, war dies bis dahin nahezu unmöglich. Und selbst, wenn man über das notwendige Budget verfügt, braucht man in der Regel relativ viel Zeit, bis man "den" Sound gefunden hat. Oftmals müssen nämlich mehrere Geräte- und Aufstellungskombinationen ausprobiert werden.
Der POD von Line 6 löste diese aufwändige Sound-Tüftelei mit einer neuen Technologie, welche die Wechselwirkung zwischen den Mikrofonen, Boxen und der Akustik simuliert. Der POD ist mehrfach ausgezeichnet worden und inzwischen auf unzähligen Platinalben zu hören. Dank seines intuitiven Aufbaus und überzeugenden Sounds hat er die Art, wie man Gitarrenparts aufnimmt, geradezu revolutioniert. Daher gilt er sowohl im Studio als auch im Live-Betrieb als Standard.
Im Jahr 2000 stellte Line 6 seine ersten Effektpedale für Gitarristen vor. Der DM4 Distortion Modeler, FM4 Filter Modeler, MM4 Modulation Modeler und DL4 Delay Modeler boten Musikern erneut unerhörte Modeling-Sounds - diesmal im praktischen Bodentreterformat. Die Pedale der ToneCore-Serie gelten als weiterer Line 6-Meilenstein, weil sich ihre Herleitung vom DL4, DM4, MM4 und FM4 nicht verleugnen lässt Mit lang ersehnten Funktionen wie Tap Tempo für Chorus- und Tremolo-Effekte sorgen die ToneCore-Pedale auf engstem Raum für einen gigantischen Sound. Kein Wunder also, dass Line 6 mittlerweile auch als ultimativer Effektlieferant gilt.
Im Jahr 2000 erschienen der Bass POD mit der POD-Flexibilität für Bassisten, der POD Pro im Rackeinschub für professionelle Studio- und Live-Anwendungen und die Digital-Verstärker der Flextone II-Serie.
Ganz im Sinne des Bestrebens, den neuesten Stand der Technik für Gitarristen zu erschließen, unterstützen die meisten neueren Line 6-Geräte "Line 6 Edit", einen Editor mit Archivierungsfunktionen. Die "CustomTone"-Funktion erlaubt zudem das Archivieren selbst erstellter Sounds, die sich bei Bedarf per E-Mail verschicken und von einem Line 6-Produkt zu einem anderen übertragen lassen. Da sich die meisten digitalen Audioprodukte von Line 6 indirekt mit dem Internet verkabeln lassen, können Anwender live dieselben Sounds verwenden wie im Studio und diese Sounds auch anderen Anwendern zur Verfügung stellen. Ferner lassen sich aus der online bereitgestellten "CustomTone.com"-Bibliothek jederzeit neue Line 6-Sounds nachladen.
Der 2001 vorgestellte Flaggschiffverstärker Vetta versetzte die Musikszene in helle Aufregung. Das war nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, dass man zwei Verstärker gleichzeitig verwenden, in Stereo arbeiten und erstmals auf fast unzählige Effekte in Studioqualität zugreifen konnte. Die mehrmals aktualisierte Vetta II-Generation gilt auch sechs Jahre nach ihrer Erstvorstellung noch als Messlatte für andere Verstärker.
Trotz seines unstrittigen Erfolgs tüftelt Line 6 tagein, tagaus an neuen innovativen Anwendungsmöglichkeiten für seine Modeling-Technologie. Das führte eines Tages zur Vorstellung der Variax-Serie, die erstmals nicht mehr die Sounds zeitloser Verstärker oder Effekte reproduzierte, sondern sich auf legendäre Gitarren konzentrierte. Fast jedes Variax-Instrument enthält über zwei Dutzend Modelle von Instrumenten, bei denen Gitarristen und Bassisten das Wasser im Mund zusammenläuft.
Der Erfolg der elektrischen Variax-Gitarren spornte Line 6 dazu an, das gleiche mit akustischen Instrumenten zu versuchen. Heraus kam die akustische Variax 700. Eine akustische 700 mit flachem Korpus und Cutaway klingt wie über ein Dutzend hochwertige A-Gitarren. Kreative Funktionen wie der virtuelle Kapodaster und auf Knopfdruck anwählbare alternative Stimmungen machen diese Gitarre zu einem wichtigen Partner für professionelle und ambitionierte Musiker.
Es fehlten also nur noch Bassgitarren, die dann schnell mit der gleichen Akribie entwickelt wurden wie zuvor die Gitarren. Dank einer atemberaubenden Authentizität gilt der Variax-Bass als wichtiges Arbeits-Instrument für Bassisten aller Couleur. Mit einem perfekten Gewicht, einer nicht weniger gelungen Balance und den ausnahmslos realistischen Modellen von "Vintage"- und neueren Bässen -darunter sogar ein Kontrabass entwickelte sich der Variax-Bass aus dem Stand zu einem weiteren Hit.
Im Jahr 2007 stellte Line 6 in enger Zusammenarbeit mit Reinhold Bogner die Spider Valve™-Serie vor, welche die Flexibilität unserer Modeling-Technologie erstmals mit der Ansprache, dem Sound und der Power eines herausragenden Vollröhrenverstärkers kombiniert.
Die Besessenheit, mit der man bei Line 6 nach optimalen Lösungen und neuen Technologien sucht, wirkt wie ein Magnet auf die besten Toningenieure und Designer, die größten Künstler sowie die gesamte Gitarristenszene. Da Line 6 konsequent auf einen regen Informationsaustausch mit den Anwendern setzt, sind wir bestens gerüstet für zukünftige Herausforderungen.
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